Fallende Dominosteine aufhalten - Metapher für Änderungen durch Neuro-Linguistisches Programmieren
NLP

Die gängigsten NLP-Techniken

Anwendung des Neuro-Linguistischen Programmierens

Gerade Anfänger sind häufig davon überrascht, wie viele praktisch anwendbare Techniken das Neuro-Linguistische Programmieren beinhaltet. Um sich selbst ein Bild zu machen, finden Sie im Folgenden eine Übersicht über die gängigsten Methoden des NLP – und wozu diese angewandt werden.

 

Kalibrieren

Beim Kalibrieren – der Anpassung, der richtigen Einstellung – geht es im NLP darum, sich bezüglich der nonverbalen Ausdrucksmittel auf den Gesprächspartner einzulassen. Es wird also versucht, für das Gegenüber eine individuelle Basis zu finden, auf der eine gelungene Kommunikation ermöglicht wird. Dies lässt sich nicht bloß auf alltägliche Gespräche beziehen, sondern ist auch und vor allem beim Coaching und in Beratungsprozessen unerlässlich.

 

B.A.G.E.L. – eine Kalibrierungshilfe

Zur besseren Einprägung der verschiedenen Kalibrierungskategorien wird im Neuro-Linguistischen Programmieren meist die B.A.G.E.L.-Merkhilfe genutzt. Diese steht für:

                B = Body posture (Körperhaltung) -> z.B. Stellung der Arme

                A = Accessing cues (Zugangshinweise) -> z.B. Stimmlage

                G = Gestures (Mimik, Gestik) -> z.B. Bewegung der Extremitäten

                E = Eye accessing cues (Augenmuster) -> z.B. Blickrichtung

                L = Language patterns (Sprachmuster) -> z.B. Satzbau

 

Rapport, Pacing & Leading

Mit Rapport meint man im NLP, dass zwischen dem Gesprächspartner und einem selbst ein gutes Einvernehmen herrscht. Dazu tragen vor allen Dingen Indikatoren wie eine ähnliche Körperhaltung oder ähnliche Ausdrucksweisen bei. Obwohl Rapport auch spontan entstehen kann – z.B. bei Individuen, die von vornherein auf einer Wellenlänge sind – ist es im NLP von hoher Bedeutung, diesen bewusst erzeugen zu können.

Ein solches Erzeugen von Rapport bzw. gutem Einvernehmen wird Pacing genannt. Hierbei wird durch eine gekonnte Anpassung von Körperhaltung („Mirroring“), der Gestik oder ähnlichem eine erfolgreiche Kommunikationsbasis geschaffen. Wichtig dabei ist, die Spiegelung des Gegenübers nicht allzu sehr zu übertreiben, damit sich der andere nicht unwohl fühlt. Gleichzeitig sollte der eigene emotionale Zustand jedoch genug angeglichen werden, damit sich positive Resultate erzielen lassen.

Apropos: Während es beim Pacing um Angleichung und die Betonung von Gemeinsamkeiten geht, lässt sich dazu auch ein Kehrbild benennen. Dieses nennt sich „Missmatching“ und meint die Betonung von Andersartigkeit, was in den meisten Fällen zum „Rapportbruch“ führt.

Durch geschicktes Pacing und exzellenten Rapport lässt sich ein Zustand namens Leading erreichen. In diesem geht die Kommunikation noch einen Schritt weiter: Anstatt sich mit dem Gegenüber bloß zu unterhalten, wird die andere Person – z.B. durch kleine Einladungen – geführt. Diese Technik für Fortgeschrittene lässt sich insbesondere im beruflichen Kontext oder in der Veränderungsarbeit nutzen.

 

States – die inneren Zustände

Die inneren Zustände eines Menschen werden im NLP als „States“ bezeichnet. Erkennen kann man sie vor allem an den nonverbal vermittelten Informationen (z.B. an der Atemfrequenz). Umgekehrt wirken sich diese körperlichen Informationen auf unsere inneren Zustände aus. Die States lassen sich unterscheiden in:

 

Stuck-State: ein Zustand stark eingeschränkter Wahrnehmungs- und Verhaltensmöglichkeiten, welcher nahezu immer als negativ erlebt wird.

Separator-State: der Zwischenzustand, in welchem der Wechsel von einem zu einem anderen State eingeleitet wird.

Resource-State: eine Person befindet sich im Vollbesitz der eigenen Kräfte, Wahrnehmungs- und Genussfähigkeit.

Associated State: ein Zustand der tiefen Verbundenheit mit den eigenen Emotionen. Man betrachtet eine Situation oder Erfahrung von innen heraus.

Dissociated State: ein Zustand, der kaum mit emotionalen Erfahrungen gekoppelt ist. Man betrachtet eine Situation oder Erfahrung von außen heraus, quasi als Beobachter.

 

Ankern

Anker sind im NLP-Kontext ein Phänomen, bei dem bestimmte Reize immer wieder die gleichen Reaktionen oder Emotionen bei einer Person hervorrufen. Dabei können Anker ganz unterschiedliche Formen annehmen und auf verschiedenen Sinnesebenen stattfinden, Anker kann z.B. auch ein bestimmter Duft oder eine Melodie sein. Die Wirkungskraft eines Ankers richtet sich unter anderem nach der Intensität der erlebten Emotionen oder der Wiederholungsfrequenz.

Bei der bewussten Einrichtung eines Ankers wird der Ablauf einer zufälligen Einrichtung simuliert. Das bedeutet, die Person muss sich in einem Zustand hoher emotionaler Erregung befinden, während gleichzeitig ein klar erkennbarer Reiz gesetzt wird. Ein solcher nachträglich eingerichteter Anker kann dabei helfen, positive Assoziationen hervorzurufen und die betreffende Person in einen produktiven Zustand zu versetzen.

Im Rahmen des NLP ist auch die Veränderung eines negativen in einen positiven Anker möglich. Dieser Prozess nennt sich Chaining Anchors und ist trotz leichter Durchführung äußerst effektiv.

 

Piece of Cake – Ressourcen sammeln

Mit der Piece-of-Cake-Methode lassen sich in bestimmten Situationen verlorengeglaubte Fähigkeiten reaktivieren. Ausgangspunkt für diese Methode ist das Sammeln der positiven Situationen – also jener Situationen, in denen man über die ausgewählte Fähigkeit verfügt. Von dort aus lässt sich die Fähigkeit auch auf negative Situationen übertragen – also jene Situationen, in denen man nicht über die ausgewählte Fähigkeit verfügt. So ist es einem unabhängig von der derzeitigen Lage möglich, sein volles Potenzial zu entfalten.

 

Resonance Pattern

Beim Resonance Pattern ist es das Ziel, sich eine persönliche Mentor-Figur zu suchen. Diese kann entweder an einer realen Person orientiert sein, die wir beeindruckend finden, oder auch an fiktiven Figuren. Selbst abstrakte Qualitäten lassen sich für die Mentor-Technik nutzen. Das Mentoring selbst findet rein mental statt und hilft dabei, von innen heraus die notwendige Stärke für sich selbst zu finden.

 

Sprachmodelle

Ausgangspunkt für verschiedene NLP-Methoden ist die Annahme, dass die Welt und unsere Erfahrung von ihr nicht deckungsgleich sind. Dies stellten schon die Pioniere des Neuro-Linguistischen Programmierens, Richard Bandler und John Grinder, fest. Auch haben sie festgehalten, dass sich eine solche Differenz zwischen der Welt und unserer persönlichen Wirklichkeit ganz besonders in der Sprache manifestiert. Während dieser Umstand im Grunde als positiv betrachtet werden kann, zeigen sich in der Sprache auch negative Manifestationen unserer erlebten Wirklichkeit. Diese zu (er-)kennen ist essenzieller Teil des Neuro-Linguistischen Programmierens:

 

Generalisierung: ein Prozess, in welchem ein Teil einer Erfahrung verallgemeinert wird. Er ermöglicht es uns, hinter Geschehnissen eine gewisse Regelhaftigkeit zu erkennen und Verhaltensweisen zu lernen, ohne diese allzu häufig wiederholen zu müssen. Beispiel: „Ich verbrenne mich, wenn ich meine Hand in die Flamme halte“.

Dieser Prozess kann jedoch auch negativ funktionieren, indem schlechte Erfahrungen verallgemeinert und zu einer vorschnellen Annahme zusammengeführt werden. Beispiel: „Niemand kann mich leiden“.

Tilgung: bestimmte Sinneseindrücke werden ausgeblendet, damit man sich besser auf eine Sache fokussieren kann. Beispiel: Hintergrundgeräusche beim Telefonieren.

Im negativen Sinne kann uns die Tilgung daran hindern, aus einer schwierigen Situation herauszukommen oder fruchtbare Gespräche zu führen. Beispiel: „Ich bin beleidigt“.

Verzerrung: durch diesen Prozess ist es uns möglich, eine mentale Veränderung an unserer Umwelt vorzunehmen. Auch für die Schöpfung von Kunst oder Literatur ist er unerlässlich. Beispiel: Planung der eigenen Zukunft.

Bei einer negativen Auslebung der Verzerrung wird die Umwelt so verändert, dass bestimmte Aktionen automatisch mit einer negativen Intention behaftet scheinen. Beispiel: „Er ist nur nett zu mir, weil ich ihm Geld leihen soll“.

 

Metamodell der Sprache

Unsere Sprache lässt sich einteilen in eine Oberflächen- und eine Tiefenstruktur. Dabei steht letztere für das detaillierte Beschreiben eines Ereignisses, erstere hingegen für eine verkürzte und oberflächliche Form davon. Wollen wir verstehen, was genau uns andere Menschen mitteilen möchten, so müssen wir verstehen, durch welche Prozesse sie von der Tiefen- zur Oberflächenstruktur gelangen. Hilfreich kann dabei eine Reihe von Fragen sein, durch welche man sich dem eigentlichen Kern der Aussage nähert. Beispiele: Wie genau…? Im Vergleich wozu…? Was würde passieren, wenn…?

 

Reframing

Beim Reframing wird im NLP eine Situation oder eine Annahme in einen neuen Rahmen gesetzt. Ziel dabei ist es, seinem Gegenüber eine veränderte Sichtweise näherzubringen. So können – mit Hilfe des Überraschungseffektes – erweiterte, konstruktivere und positivere Einstellungen hervorgerufen werden.

Eine besonders zentrale Rolle spielt das Reframing in Kontexten, in denen es um die Förderung eines anderen Menschen geht, also beispielsweise in der Therapie oder im pädagogischen Kontext. Genutzt werden kann die Methode allerdings auch im geschäftlichen Sinne, wo sie Kunden oder Geschäftspartnern die positive Seite einer neuen Idee näherbringen kann. Klassische Reframing-Strategien sind:

 

Inhaltsreframing: der Oberbegriff für das Bedeutungs- und Kontextreframing – denn für das effektive Reframing muss zunächst der Inhalt des Problems bekannt sein. Geäußert wird dieser in Form von Klagen oder Beschwerden.

Bedeutungsreframing: die Bedeutung eines Inhaltes ist abhängig von der Person – oder besser gesagt von dem, was die Person hineininterpretiert. Einer solchen Interpretation kann man durch das Bedeutungsreframing eine neue Bedeutung zuweisen.

Kontextreframing: die Bedeutung eines Inhaltes ist abhängig von dem Rahmen, in dem er zu finden ist. Um einem Inhalt eine positive Ausrichtung zu verleihen, wird er im Kontextreframing in einen neuen Kontext eingeordnet.

Powerreframing: hier werden sowohl Kontext- als auch Bedeutungsreframings genutzt. Dabei wird ein Inhalt dermaßen verzerrt oder provokant vorgetragen, dass daraus unter anderem Lachen, schockähnliche Zustände oder ein Rapportbruch hervorgehen können. Das Hauptaugenmerk liegt auf dem Durchbrechen der alten Muster.

Verhandlungsreframing: ist dann sinnvoll, wenn zwei gegenläufige Persönlichkeitsanteile im Zwist miteinander stehen, wodurch die Handlungsbereitschaft einer Person gemindert ist. Um solche Blockaden aufzulösen, kann ein Verhandlungsreframing angebracht sein.

Six-Step-Reframing: wird angewandt, um die Absicht hinter einem Verhalten zu erkennen und in eine produktivere Richtung zu lenken. Kommuniziert wird mit dem Absichts-, nicht mit dem Verhaltensanteil der Person.

  1. Die „Klage“ (das zu ändernde Verhalten)
  2. Installation der Kommunikation mit dem zuständigen Teil
  3. Die positive Absicht vom Verhalten trennen
  4. Neue Wahlmöglichkeiten finden
  5. Integration der neuen Möglichkeiten
  6. Öko-Check und Future-Pace

 

Das Milton-Modell – Hypnotische Sprachmuster

Das von Milton Erickson entwickelte Milton-Modell dient dem zielgerichteten Pacing durch spezifisch klingende Aussagen. Dadurch ist es möglich, einer Person den Zugang zu verloren geglaubten Fähigkeiten zu ebnen – sie erhält dadurch also selbst einen besseren Zugang zu ihrer Tiefenstruktur. In der Praxis wird das Modell hauptsächlich für Trance- und Entspannungszustände genutzt. Die Lösungen sollen dabei nicht von außen vorgegeben, sondern durch den Klienten selbst initiiert werden.

Hypnotische Zustände werden im Milton-Modell durch sogenannte Tilgung erreicht. So werden beim Sprechen essenzielle Informationen zurückgehalten, um den Klienten dazu zu führen, die Lücken selbst zu füllen. Die vier Arten der Tilgung sind die Nominalisierung, unspezifische Verben, der fehlende Bezugsindex und die Auslassung.

 

Metaphern

Mit Metaphern sind Geschichten gemeint, die einen bestimmten Inhalt auf verschleierte Weise darstellen. Genauso können Metaphern auch in der täglichen Sprache gebraucht werden, um bestimmte Empfindungen auszudrücken (z.B. „Mein Arm ist schwer wie Blei“). Im NLP werden Metaphern vor allem dazu genutzt, einem Klienten eine neue Sichtweise nahezubringen, ohne ihm dabei direkte Ratschläge zu erteilen.

 

Wünsche verwirklichen

Um einen Wunsch auf eine produktive Weise in die Tat umzusetzen, ist es von hoher Bedeutung, ihn vorher als konkretes Ziel zu formulieren. Denn was viele nicht wissen: Unser Unterbewusstsein arbeitet unablässig daran, auf unsere Ziele zuzusteuern – dies ist jedoch nur möglich, solange dieses Ziel bekannt ist. Im NLP wird daher versucht, sich Wünsche ganz aktiv vor Augen zu führen, inklusive aller Einwände und Hindernisse.

Sobald der Wunsch klar als Ziel formuliert wurde, streben wir umso effektiver nach seiner Verwirklichung. Dies funktioniert ähnlich einer „selbsterfüllenden Prophezeiung“. Stellen Sie sich beispielsweise vor, ihr Ziel ist es, ein erfolgreicher Künstler zu werden. Sobald Sie dieses Ziel für sich festgelegt haben, werden Sie umso intensiver darauf achten, welche Optionen Ihnen nun offenstehen. Wenn Sie in diesem Zustand jetzt z.B. auf einen Wettbewerb stoßen, in den Sie Ihre Arbeiten einreichen können, so sind Sie umso geneigter, daran tatsächlich teilzunehmen. Schon haben Sie einen fruchtbaren Schritt unternommen, um sich Ihrem Ziel zu nähern.

Konkret lassen sich Wünsche im Neuro-Linguistischen Programmieren über das SPEZI-Modell in Ziele verwandeln: Sinnlich wahrnehmbar, Positiv formuliert, Eigenständig erreichbar, Zusammenhang geklärt, Intention erhalten. Bei Schwierigkeiten in diesem Ablauf kann es sinnvoll sein, ein sogenanntes Meta-Ziel zu finden. Damit sind die „Ziele hinter den Zielen“ gemeint, mit welchen man zu dem eigentlichen, zugrundeliegenden Wunsch vordringt. Untersucht wird dabei, ob dieses Meta-Ziel nicht auch auf andere Weise erreicht werden kann.

 

T.O.T.E.-Modell

Das Test-Operate-Test-Exit-Modell (kurz: T.O.T.E.-Modell) hilft im NLP dabei, sich einen Überblick über die bewussten und unbewussten Zielerreichungsvorgänge zu verschaffen. Es bezieht sich auf die Grundannahme, dass jeder Mensch instinktiv zielgerichtet handelt. In sogenannten Modellingprozessen können somit die unterschiedlichen Makro- und Mikrostrategien einer Person aufgedeckt und optimiert werden.

 

Modelling – Mikrostrategien

Modellieren oder Modelling bezeichnet den Prozess des Ab- und Nachbildens menschlicher Fähigkeiten, besonders Bestleistungen. Es ist der zentrale Inhalt des NLP, weil es den Schwerpunkt auf das „Wie“ einer bestimmten Fähigkeit legt. Die Grundannahme hierbei lautet: Wenn eine Person etwas kann, dann ist es möglich, diese Fähigkeit zu modellieren und auch anderen beizubringen.

Die Vorgehensweise und die Reihenfolge der Handlungen werden als Strategien bezeichnet, welche weiter in Mikro- und Makrostrategien unterteilt werden. Während die Verhaltensweisen (Makrostrategien) quasi für jeden erkennbar und die dazugehörigen Beliefs (d.h. Glaubenssätze) einfach zu erfragen sind, bleiben die Denkstrategien (Mikrostrategien) meist verborgen – auch vor dem Handelnden selbst.

Mithilfe von Repräsentationssystemen und der Reihenfolge der Schritte wird eine Strategie festgelegt. Ein großer Teil des Neuro-Linguistischen Programmierens besteht darin, erfolgreiche Strategien zu untersuchen, um sie anderen beizubringen. Auch Misserfolgsstrategien werden hier mit eingerechnet, da sie so verändert werden können.

Wissenswertes

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