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Lesezeichen [ Info senden # QR-Code ] Sa 18 Nov 2017 02:14:49


 Pressespiegel
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MEETING-Mitarbeiterin Christine Wirl nahm an einem zweitägigen Einführungsseminar für NLP des Österreichischen Trainingszentrums für NLP teil und erlebte dort trotz bereits einschlägiger Seminarerfahrungen einige Neuigkeiten, Überraschungen und wichtige Erkenntnisse. Es folgt der Bericht über eine erste Begegnung mit NLP.

Hilfe - ich bin zu dick!!!

Es ist Samstag früh 10 Uhr im Palottihaus in Wien 13. Zehn mehr oder wenig skeptisch dreinschauende Damen und Herrn bevölkern den Seminarraum. Übrigens ein wunderschöner und urgemütlicher Raum. Einfach, sympathisch, zum Wohlfühlen. Die Leute lächeln etwas verlegen in der Runde, keiner kennt den anderen, keiner weiß so genau, was ihn erwartet. Ich lächle genauso verlegen zurück, denn auch ich habe keine Ahnung, auf was ich mich an diesem Wochenende eingelassen habe. NLP ist ein Schlagwort geworden, ist in vieler Munde, aber wissen alle wirklich so genau, was es ist? Ich wollte es genau wissen. Gut denn, auf zum Seminar.
Der erste Referent ist Dr. Viktor Fiala. Nach einer kurzen Vorstellung der Teilnehmer, die natürlich wie immer aus den verschiedensten Motiven und Berufsschichten hier aufgetaucht sind, beginnt er mit seinem Vortrag. Es fallen Begriffe wie: Rapport herstellen, Peacen und Leaden. Zielsetzungen und Zielrahmen, Flexibilität und noch vieles mehr. Alles klingt im Moment verwirrend und theoretisch. Bis wir alle, ziemlich langsam und schwerfällig, versuchen zu verstehen, daß es beim NLP um eine zielgerichtete Kontaktaufnahme mit dem Gegenüber geht. Und, letztendlich, wenn man NLP wirklich beherrscht, um die totale Kontrolle über sich selber und dem/n anderen. Vielleicht mag dies falsch oder zu naiv klingen, für mich war dies der Eindruck nach dem ersten halben Tag.
Zum Beispiel die Geschichte mit dem Spiegeln der anderen, gegenübersitzenden Person. Soll ich nun ich selber und authentisch sein oder soll ich den anderen spiegeln, um einen guten Rapport = Draht zu ihm herzustellen. Klingt furchtbar kompliziert. Ist es auch, als wir uns in der Gruppe gegenseitig spiegeln sollen. Keiner versteht so richtig, worum es geht. Peter Schütz erklärt es uns dann so: Wenn wir in Amerika sind und fast perfekt englisch reden, passen wir uns zwar den dortigen sprachlichen Gegebenheiten an, damit wir uns selbst mit den Einheimischen wohl fühlen, bleiben aber stets Österreicher. Gut, dies kann ich annehmen und versuchen zu verstehen. Er meint, speziell im Verkaufsgespräch ist dieses Spiegeln besonders wichtig, um eine gemeinsame Basis herzustellen. Lieber Kunde, im nächsten Inseratenverkaufsgespräch sehen wir uns wieder! Du kommst meiner Spiegelung nicht aus! Langsam beginnt es mir zu gefallen, mein Interesse wächst. Mein Geschäftssinn auch!

Schau mir in die Augen, Kleines

Nächster Programmpunkt: Die Augen. Das visuelle, akustische und gefühlsmäßige Sehen. Also: denke ich über eine Situation oder Person nach, egal ob in frühester Jugend oder vorgestern, gehen die Augen nach oben und holen die Erinnerung aus dem geistigen Archiv. Rechts oben. Vielleicht versuchen wir der Erinnerung Körper zu geben. Links oben. Oder wir suchen akustische Erinnerungen. Augenmitte. Oder wir suchen Gefühle: Augen nach unten. Naja, denke ich mir, das ist Theorie, aber in der Praxis? Kaum denke ich das, sollen wir dies schon untereinander ausprobieren. Naja, teilweise funktioniert es, teilweise nicht so ganz. Da wir aber bei Gott keine NLPler sind, begnügen wir uns mit den Teilerfolgen und gehen zum nächsten Programmpunkt. Körpersprache. Wenn einer ganz zusammengesunken, Kopf und Schultern nach unten hängend, dasitzt, na wie wird's dem wohl gehen? Bzw. wenn einer da sitzt mit stolz geschwellter Brust, glänzenden Augen und blähenden Nasenflügeln? No na, dazu brauche ich kein NLP, denke ich und verfalle in leichten Nachmittagsschlaf. Auch die Repräsentationssysteme reißen mich nicht vom Hocker. Das klingt viel zu theoretisch.. Ich begreife aber auch, daß vielleicht etwas mehr dahintersteckt, aber würde ich ein bis zwei Jahre Übung brauchen, und das mache ich bestimmt nicht. Ist mir zu aufwendig. Denn so locker vom Hocker ist das nicht. Ich lasse es im Raum stehen, mich persönlich hat es nicht sehr interessiert und ich kann diese Form im Moment für mich nicht anwenden.

Ein aktuelles Problem...

Nächster Punkt, die Zielsetzung. Nun wird es aber wirklich interessant und mit einem Schlag bin ich putzmunter. " Denke an ein aktuelles Problem in deinem Leben", sagt Viktor Fiala. Ich habe sofort meine sieben Kilo Übergewicht parat. Wie ist der ist-Zustand und wie der soll-Zustand. Nun, ganz einfach, der ist-Zustand ist 67 kg Lebendgewicht, der soll-Zustand 60 kg. Und ich will nicht mehr 67 kg haben. Und schon falsch. Denn in den Formulierungen haben Negationen nichts verloren. Gut, aber wie formuliere ich - bei einer "Größe" von 1,62 m - 67 kg positiv? Keine Ahnung! Ich soll denken: Nicht ein weg von... sondern ein hin zu. Damit kann ich was anfangen. Ich will dahin, um mich in meinem Körper wieder wohlzufühlen. Dieser Satz wird akzeptiert, gilt als positive Zielsetzung. Es ist ganz wichtig, daß Ziele so konkret wie möglich formuliert werden. Und auch wie und wann ich dazu komme. Steht das Ziel unter meinem persönlichen Einfluß? No na, ich müßte nur weniger essen. Was müßte ich dafür aufgeben? 0 je. Ich denke an meine kulinarischen Einladungen. Und nun die besonders wichtige Frage: Was ist das Gute an der jetzigen Situation. Denn erst wenn ich das Gute der ist-Situation aufgeben kann, kann ich zum Ziel kommen. Denn sonst zieht mich das Gute immer wieder vom Ziel weg, wie Peter Schütz am zweiten Tag beeindruckend demonstrierte. (Übrigens, dieser Mann kann wirklich was. Wie er in Metaphern und Bildern spricht ist gut und einprägsam). Zurück zum Guten an der Situation. Ich kann im Moment essen und trinken, was ich will, denn ich bin ja nicht beim Abnehmen. Also, denke ich mir am Schluß des ersten Tages, lassen wir lieber das Ziel, bleiben wir beim ist-Zustand. Mahlzeit! Am Abend zu Hause kommen mir schon wieder Bedenken. Das wollte ich doch gar nicht. Ich bin ja zu dick und will abnehmen, eigentlich mag ich den ist-Zustand nicht. Mit diesem Problem gehe ich schlafen, um am nächsten Tag um 10 Uhr wiederum im Palottihaus zu sein und nun Peter Schütz ad personam zu erleben. Erster Überraschungspunkt für mich. Er hat in den letzten Wochen rund 30 kg abgenommen. Ist kaum noch zu erkennen, so rank und schlank. Und das mir. Mein eigener wunder Punkt. Und das Sonntag früh. Meine Stimmung sinkt. Aber um diese Zeit ist die der Gruppe auch nicht besonders. Und nun ist es der Peter Schütz, der uns im Handumdrehen in den Griff bekommt, ein paar alberne Witze reißt, über die wir alle, speziell Sonntag früh, lachen. Und wir sind munter. Er bringt Beispiele aus seiner Ausbildungszeit, seiner Kindheit und Studienzeit und zeigt uns so NLP von einer ganz anderen, völlig praktischen Seite. Das Verständnis und Interesse wächst. Schütz kann allein mit seiner Persönlichkeit, die er unzweifelhaft hat, die Gruppe motivieren und begeistern.
Wieder haben wir die Ziele zu bearbeiten. Den ist- und soll-Zustand. Zum Glück habe ich bei dieser Übung neben meinem Seminarteilnehmerkollegen auch den Schütz dabei. Noch stehe ich ja auf dem Standpunkt, ich lasse den ist-Zustand, und verzichte darauf, 7 kg abzunehmen. Noch erscheint mir der Preis zu hoch. Und nun kommt er mit seiner perfekten NLP-Fragetechnik. Wie könntest du abnehmen, warum willst du es denn, was machst du bei den guten Buffets. Es wird ein längerer Dialog. Ich beginne zu schwitzen und zu zweifeln, ob es wirklich richtig ist, das Ziel Ziel sein zu lassen. Dann kommt er noch von wegen Kurzatmigkeit, Gesundheit und Wohlbefinden, Älterwerden und all diesen Gemeinheiten. Und dann die Frage: Was ißt du denn am liebsten? Da brauch ich nicht nachzudenken: Schnitzel und Schweinsbraten, Hamburger mit Pommes, Nudeln und Knödel, Bier und Wein, Pudding und Schokolade.

..und seine Lösung

Und nun antwortet Schütz: Die Schnitzel und Hamburger und Nudeln und Schweinsbraten sagen zu dir: iß mich nur, wir machen dich dick und fett, damit Du dich nicht mehr anschauen kannst und dir keine Jeans mehr paßt. Auch kein Minirock und kein Sommerkleid. Dann gehörst Du uns. Nur mehr Kleidung "Größe Zelt" wird Dir passen. "Fein", sagt der Pudding, "iß mich nur weiter, dann schwabbelst Du genauso wie ich." Und dies war genau mein Aha-Erlebnis. Ab diesem Moment haben die Speisen wirklich zu mir geredet. Bei jedem Buffet, bei jeder Einladung, bei jedem Wochenendessen haben sie geredet. Und sind mir mitsamt dem Schütz furchtbar auf die Nerven gegangen. ABER, der Erfolg gibt recht. Ich habe in relativ kurzer Zeit seit dem Seminar fünf Kilo abgenommen, Tendenz weiter fallend.
Wir haben noch an diesem Tag Ankern gelernt, eine Form des Speicherns guter und schlechter Empfindungen. Aber das drang nicht mehr so sehr an mich. Ich mußte noch immer an die sprechenden Speisen denken. Diesen Gedanken hing ich nach, für anderes war da im Moment kein Platz. Schütz hat uns noch viel erzählt, ich weiß es nicht mehr so genau.
Gehen Sie selber einmal hin, so ein Einführungsseminar kann eine Welt öffnen, die man nicht für möglich gehalten hat. Lieber Peter, ich danke Dir für die Möglichkeit, NLP auf diese Weise kennengelernt zu haben. "Und ewig werden die Nudeln zu mir sprechen". Alle Teilnehmer nehmen positive Eindrücke mit, einige werden NLP weitermachen, andere, so wie ich, haben davon genug und überlassen NLP den Könnern.


Quelle: meeting, September '95, S. 46-47.


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Der Inhalt dieser Seite wurde am 26.05.2016 um 09.46 Uhr aktualisiert.
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