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Lesezeichen [ Info senden # QR-Code ] Fr 28 Juli 2017 00:43:30


 Pressespiegel
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Mit dem Coach aus der Krise.

Von Barbara Schröter

Das hat den 52-Jährigen doch ziemlich getroffen. Eigentlich hatte er sich für einen guten Vorgesetzten gehalten, doch seine Mitarbeiter waren anderer Meinung. Abgestraft haben sie mich, lautete sein Urteil dazu. "Lässt keine Diskussion zu", hieß es über ihn, "ordnet an, ohne eine Begründung zu liefern", und gute Laune verbreite er nur selten, musste er in der Beurteilung seiner Mitarbeiter über sich lesen. Dass er sein Führungsverhalten überprüfen müsse, darauf brachte ihn erst ein Kollege. Der gab ihm zudem noch den Rat, sich an einen Coach zu wenden - und die Adresse dazu, von einem, der ihm auch sehr effektiv die Meinung gesagt habe.

"Ein Coach kann ein begründetes und ungeschöntes Feedback geben", unterstreicht der Münchner Christopher Rauen, der mit seinem Coaching-Report dieser Form der Beratung zu neuem Ansehen verhelfen will. Vorgefertigte Lösungsvorschläge für die Probleme seiner Klienten hält kein guter Coach parat. Hilfe zur Selbsthilfe heißt die Devise, "Förderung von Verantwortung, Bewusstsein und Selbstreflexionsvermögen", betont Christopher Rauen.

Coaches bieten mehr als Führungsverhalten zu korrigieren. Das Leistungsangebot reicht von der Vorbereitung auf ein Bewerbungsgespräch, auf neue Aufgaben und Situationen, auf den Auftritt vor kleinem Gremium bis hin zu großem Publikum, aber auch auf die Überprüfung der Lebensplanung. Meistens wird ein Coach jedoch erst dann um Rat gebeten, wenn es "irgendwo zwickt", sagt die Frankfurter Beraterin Dagmar Jäger. "Selten leisten sich Menschen den Luxus, so wie man zum Beispiel seinen Körper pflegt, auch Kopf und Seele zu pflegen." Erst wenn die Karriere stockt, die Motivation abhanden gekommen ist, es Ärger mit Vorgesetzten oder Kollegen gibt oder, ganz schlimm, wenn der Job weg ist, wird Expertenhilfe gesucht. "Ein Coach darf ehrlich sein", unterstreicht Christiane Weinreich, Berliner Expertin für das professionelle Gespräch, "er stellt seine Wahrnehmung zur Verfügung." Das gelte in besonderem Maße für die Topetage. Macht macht einsam. Wer in Verantwortungssphären schwebt, erfährt selten Kritik oder Widerspruch. Dann ist der Coach der "Sparringspartner", sagt Christiane Weinrich.

"Manager haben momentan ungestüme Zeiten zu bewältigen", weiß Dorothee Echter, Inhaberin der gleichnamigen Unternehmensberatung in München. Ihre Klienten gehören zum absoluten Topmanagement. Gesprächs- und Beratungsbedarf herrscht auch hier. "Undurchsichtige Erfolgskriterien haben die persönlichen Sicherheiten verschoben", sagt die exklusive Beraterin, die über 22 Jahre Führungserfahrung in internationalen Unternehmen verfügt. "Da gibt es Beispiele von Managern, die ihre Unternehmen nicht voranbringen und dennoch gut belohnt werden. Und umgekehrt", resümiert sie die derzeit undurchsichtige Situation in vielen Spitzenjobs.

Wohl dem, der bei Macht- und Positionsverlust auf sein persönliches Netzwerk bauen kann. "Das wird für Manager immer mehr zum Sicherheitsfaktor", unterstreicht Echter. Auch wenn es mitunter zwei bis drei Jahre bis zum neuen Traumjob dauere, "irgendeiner erinnert sich dann an ihn". Die Wartezeit hilft die Beraterin zu überbrücken, auch mit exklusiven Veranstaltungen für diesen elitären Kreis, bei denen es vorrangig um die Kontaktpflege geht. "Jeder hat ein einzigartiges Kompetenzprofil", betont Echter. Das gilt es zu pflegen und zu kommunizieren.

Doch nicht selten entwickelt sich der Verlust seines Rangs zur persönlichen Krise eines Topmanagers. "Viele haben den Kontakt zu sich verloren", sagt Christiane Weinreich, die aus Lehre in einem Konzern, Lehramts-Studium (Examensarbeit über Sokrates), Journalistenausbildung, Improvisations-Schauspiel, NLP-Ausbildung und Prozessarbeit ihre Kompetenz als Coach bezieht. Intensive Gespräche seien nötig, um den Wert auch ohne eine bestimmte Position sehen zu können. Dass Klienten ihre innere Balance wiederfinden, vielleicht gar eine Kehrtwende im Leben schaffen, auch darum ist ein guter Coach bemüht.

Und der ist auch daran zu erkennen, dass er sich regelmäßiger Selbstkontrolle unterzieht. Supervision zur Überprüfung des eigenen Wirkens und der eigenen Rolle halten Echter und Weinreich für unerlässlich.


Quelle: Die Welt, 13. Juli 2003.


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Der Inhalt dieser Seite wurde am 26.05.2016 um 09.45 Uhr aktualisiert.
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