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Lesezeichen [ Info senden # QR-Code ] Di 30 Mai 2017 00:45:02


 Pressespiegel
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connection Spirit Serie: NLP
Teil 4: Neurolinguistisches Manipulieren?
Mögliche Gefahren des NLP und wie wir sie umschiffen

Vielleicht hast du, liebe Leserin, lieber Leser, die drei letzten connection-Artikel über NLP gelesen und kommst zu dem Schluss, NLP kann eine ganze Menge. Das ist sicher richtig. Es kann dazu dienen, sich persönlich und beruflich weiter zu entwickeln, klarer zu kommunizieren, das eigene Potenzial besser zu leben. Genauso gut kann es freilich dazu dienen, um den heißen Brei herum oder Negatives schön zu reden, Entwicklung zu verhindern, andere zu belehren, groß und gescheit daher zu schwafeln, in Träumen und Zielen zu leben, statt sich mit der Wirklichkeit zu beschäftigen ... Die Frage ist eben: Wer nutzt was zu welchem Zweck? Klaus Rentel warnt vor schwarzen Schafen und grauen Mäusen in der NLP-Szene und gibt Tipps, wie du deinen NLP-Trainer finden kannst.

von Klaus Rentel

Noch wichtiger als die Stimmigkeit einer Methode ist sicherlich die charakterliche Stimmigkeit der Menschen, die sie anwenden. Fehlt beim Erlernen des Systems die Bereitschaft zu persönlichem Wachstum, so verkommt die Methode mit all ihrer schönen humanistischen Philosophie zur bloßen Technik. Dann eignet man sich hoch effektive Modelle an, doch wo die persönliche Integrität auf der Strecke bleibt, ist der Missbrauch nicht fern, und zweifelhafte Figuren beschädigen den Ruf des NLP. Man denke an den österreichischen Rechtspopulisten Jörg Haider oder windige Vertriebsprofis, die keine Skrupel kennen, Otto Normalverbraucher für ihre Zwecke über den Tisch zu ziehen. In dieselbe Schublade gehören jene Sekten, die NLP für ihre machtpolitischen Zwecke benutzen. Das Thema Manipulation liegt in der Luft.

Wird eine Methode missbraucht, so liegt das nicht an der Methode - und auch nicht an denen, die diese Methode mit Weisheit und Menschenfreundlichkeit anwenden. NLP ist ein Werkzeug wie etwa ein Küchenmesser - zugegebenermaßen ein scharfes. Wenn mit einem Messer jemanden verletzt wird, so stellt man nicht das Werkzeug oder dessen Hersteller vor Gericht, sondern den Täter.

  NLP - eine Sekte?

Dennoch ist das NLP kurz nach seiner Erfindung in den Ruf geraten, selbst eine Sekte zu sein - ein Ruf, den die Methode trotz ihrer weiten Verbreitung und weitestgehend seriösen Anwendung noch immer nicht ganz losgeworden ist. Zwar bedienen sich Sekten auch der Kunst der Rhetorik, doch kann man im Umkehrschluss nicht behaupten, dass jeder Rhetorikkurs einen für eine Sekte anwerben will. Streng genommen ist ja jede Kommunikation immer auch Manipulation.

Dass sich's mit NLP trefflich manipulieren lässt, kann niemand bestreiten. Die »Zeit« etwa lässt einen Handelsvertreter über seine Arbeit erzählen: »In einem Kurs für neurolinguistische Programmierung, NLP, habe ich gelernt, wie man Kunden auf seine Seite rüberzieht. Das hat mit Bewegung, Gestik, Augenkontakt und Zuhören zu tun. Zum Beispiel setzt man sich so hin wie sein Gegenüber, lässt ihn ausreden, stellt Fragen, bestätigt seine Aussagen, spricht ihn mit seinem Namen an«.

Manipulationen werden mit NLP wirkungsvoller. Doch ebenso kann man sich vor diesen Manipulatoren mit NLP-Rüstzeug wirkungsvoller schützen. Und überhaupt ist Manipulation nicht per se schlecht; sie ist nur dann verwerflich, wenn Menschen gegen ihren Willen dazu gebracht werden, Dinge zu tun, die ihnen schaden. Als ein Gegenbeispiel denke man an Eltern, die ihre Kinder manipulieren, Hausaufgaben zu machen.

  Der Weg zum richtigen Lehrer

Falls du in Erwägung ziehst, eine NLP-Ausbildung zu absolvieren, stellt sich zunächst die Frage, was du damit erreichen willst. Geht es dir darum, die Kommunikation mit dir selbst und anderen zu verbessern? Bist du auf der Suche nach Methoden der Leistungssteigerung (neudeutsch: Performance-Optimierung) in Sport, Business, Pädagogik, Therapie oder auf einem anderen Gebiet? Bist du zum Lernen in einer Gruppe über einen längeren Zeitraum bereit und würdest du dafür zwischen 1500 und 2500 (oder mehr) Euro ausgeben?

Es gibt wenige sehr gute, einige gute und viele mittelmäßige oder gar schlechte Trainer, und zwar auf fachlicher, methodischer oder persönlich-sozialer Ebene. Das ist nicht nur im Bereich des NLP so, auch der Ruf anderer Systeme leidet unter schwarzen und grauen Schafen, seien es nun Kinesiologie, Tantra, Aufstellungsarbeit oder Coaching. Schon jeder Schüler kann ein Lied von den höchst unterschiedlichen Fähigkeiten seiner Lehrkräfte singen.

Mit wem also das Abenteuer wagen? Bei der Auswahl des NLP-Anbieters solltest du dir Zeit lassen. Schließlich dauern die meisten Ausbildungen neun Monate oder mindestens 130 Stunden. Viele Trainer bieten kostenfreie oder günstige Info-Abende an. Geh hin und zögere nicht, Fragen zu stellen, etwa nach der Erfahrung und Ausbildung des Trainers (siehe Kasten). Beobachte sein Verhalten vor der Gruppe. Erlebst du ihn als allen zugewandt, strahlt er bei Vortrag und Demonstrationen Souveränität aus, gelingt es ihm, alle Fragen zufriedenstellend zu beantworten, präsentiert er den Inhalt und sich selbst so, dass du für die Dauer der Ausbildung keine Langeweile befürchten musst? Besitzt er wohl die Fähigkeit, auch schwierige Prozesse bei einzelnen Teilnehmern zu begleiten, bei denen es »ans Eingemachte geht«?

  Qualität hat ihren Preis

Eine Entscheidungshilfe kann sein, ob der Trainer berechtigt ist, nach einem Verband zu zertifizieren. Der größte NLP-Verband in Deutschland ist der Deutsche Verband für Neurolinguistisches Programmieren (DVNLP), der vor einigen Jahren seine Kriterien für die Anerkennung von Lehrtrainern verschärft hat. Natürlich ist das für sich genommen keine Garantie für Qualität, doch ein kleiner Hinweis darauf, dass der Mensch über eine gewisse Erfahrung verfügt. Einen anderen Fingerzeig mag der Preis geben. Wer gut im Geschäft ist, kostet in der Regel seinen Preis, auch wenn der Fortbildungsmarkt kriselt wie zur Zeit. Sie dürfen einem Trainer grundsätzlich misstrauen, der für eine dreiwöchige NLP-Ausbildung weniger als 1000 bis 1200 Euro pro Teilnehmer veranschlagt, es sei denn, es gibt andere gute Gründe, die für ihn sprechen.

  Der Trainer-Check

Vom jeweiligen Trainer hängt auch ab, wie genau die Methoden gelehrt werden, welche Ausrichtung sie haben oder ob man einen Blick über den Tellerrand des NLP hinaus werfen kann. Manche Institute richten sich mehr auf Business-NLP aus, bei anderen steht das Therapeutische im Vordergrund. Wieder andere sagen, es mache letztlich keinen Unterschied, ob Business oder Therapie - NLP bleibt NLP, und die Grenzen zwischen Coaching und Therapie sind ohnedies fließend. Als Faustregel kann gelten: Business-NLP kostet mehr, obwohl es dafür keinen wirklich nachvollziehbaren Grund gibt.

Worauf du bei der Auswahl ebenfalls achten solltest: Fischt der Ausbilder ausschließlich in den Gewässern des NLP oder beherrscht er auch andere Methoden? Wer nur NLP drauf hat, fährt auf schmaler Spur, doch wenn er das gut kann, ist er immer noch besser als ein Universaldilettant. Ideal ist ein Trainer, der Methoden nach Anlässen zu mischen weiß, sei es aus seinem Psychologie- oder Pädagogik-Studium, aus Transaktionsanalyse, Kinesiologie, Prozessarbeit, Hypnose, Familientherapie, Psychodrama, systemischer Beratung oder Aufstellungsarbeit - Seriosität jeweils voraus gesetzt. Es gibt NLPler, die etwa in den Aufstellungen nach Hellinger eine Quelle der Bereicherung ihrer Arbeitsweise und auch ihres Geldbeutels entdeckt haben und die Methode ohne ausreichend fundierte Kenntnisse anwenden.

  Auswahl des Instituts

Wenn du NLP lernen willst, erkundige dich darüber,

  • welche beruflichen Vorerfahrungen der Trainer hat
  • wie die Ausbildung inhaltlich ausgerichtet ist (Pädagogik, Business, Psychotherapie, Sport, allgemein)
  • welche Kosten außer der Seminargebühr auf dich zukommen (Unterbringung, Zertifizierung etc.) und welche Modalitäten der Bezahlung, auch per Raten, möglich sind. Vielleicht gibt es einen kleinen Nachlass.
  • wie das Institut es bei Rücktritten und Kostenrückerstattung verfährt. Gibt es das schriftlich?
  • nach welchem Verband zertifiziert wird
  • wie groß die Gruppen sind. In den USA sind Gruppen mit 50 oder 60 Teilnehmern keine Seltenheit, hier zu Lande liegt die Wohlfühlgrenze deutlich darunter. Unter sechs, sieben Teilnehmern lässt der Lerneffekt meist nach.
  • welche Trainer die Ausbildung durchführen und wie deren Qualifikation ist (Trainer und Veranstalter sind nicht immer identisch)
  • welche Ziele der Trainer hinsichtlich des Lernerfolges anstrebt
  • welchen Stellenwert das praxisnahe Üben der Lerninhalte einnimmt.

  Informationen zu NLP-Tainings

Der Deutsche Verband für Neurolinguistisches Programmieren (DVNLP) unterhält im Internet unter www.dvnlp.de eine Mitgliederdatenbank, die über Spezialisierung und Kontaktadressen der Trainer Auskunft gibt. Auf Wunsch gibt es unter Tel. 030-259 39 20 eine Adressenliste von zertifizierten Trainern und eine umfassende Info-Broschüre. Adresse: DVNLP, Lindenstraße 19, 10969 Berlin. dvnlp@dvnlp.de.

Über Psychotherapie mit NLP weiß am besten der Deutsche Verband für Neuro-Linguistische Psychotherapie (DGNLPt) in Bielefeld Bescheid. Tel. 0521-12 32 69, www.dg-nlpt.de, info@dg-nlpt.de

In der Schweiz vertritt die Helvetic Association for Neurolinguistic Programming (HANLP), Postfach 63, 9493 Mauren, Tel. 079-424 77 54, das NLP. www.hanlp.ch

In Österreich ist das der ÖDV-NLP in der Eisenstädter Straße 1, 7011 Siegendorf, Tel. 0676 / 7257364. www.oedv-nlp.at


Quelle: connection Spirit - Das Magazin fürs Wesentliche 3/2005, S. 44-46.


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Der Inhalt dieser Seite wurde am 26.05.2016 um 09.45 Uhr aktualisiert.
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