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Lesezeichen [ Info senden # QR-Code ] Sa 18 Nov 2017 02:14:58


 Pressespiegel
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connection Spirit Serie: NLP
Teil 3: Anwendungsgebiete des Neurolinguistischen Programmierens -
Powerwerkzeuge gegen Erfolgsblockaden

Von Klaus Rentel

Das Win-Win-Prinzip, Kreative Brainstorming-Sitzungen, Pacing (Nachahmung der Körpersprache unseres Gegenüber) oder das Visualisieren von Lebenszielen »mit allen Sinnen« - diese und andere Methoden sind uns inzwischen so vertraut, dass wir sie kaum mehr mit dem Neurolinguistischen Programmieren in Verbindung bringen. Trotzdem war es gerade das NLP, das entscheidend dazu beigetragen hat, sie populär zu machen. Die Anwendungsmöglichkeiten des »Werkzeugs« NLP sind mindestens ebenso vielfältig wie die Einflüsse, die dazu beigetragen haben, dass es entwickelt wurde (siehe Teil 2 unserer Serie connection 6/04). Obwohl es weniger Mühe kosten würde, die Lebensbereiche aufzuführen, in denen NLP nicht zu gebrauchen ist, beschreibt Klaus Rentel hier, wie Lehrer, Manager, Coaches, Verkäufer und andere davon profitieren können ...

Die 6000 sind gespannt. Sie haben eine Stange Geld bezahlt, und sie wollen einiges ändern in ihrem Leben, und zwar möglichst fix. Mit Musik geht alles leichter, deshalb dröhnt aus den fetten Lautsprechern schon mal Dancehall Sound der ganz modernen Sorte. Dann kommt »er« auf die Bühne, schlank, braun, in makellosem Outfit und mit sonnigem Gemüt. Ansteckend für die einen, den anderen ist das zu glatt.
»Power Day« bei Anthony Robbins. Da heißt es erstmal, sechs Stunden zu stehen. Vier Tage mit insgesamt zwanzig Minuten offizieller Pause. Visualisieren steht auf dem Programm, auf der geistigen Leinwand ausmalen, was man haben, tun, sein möchte. Mit allen Sinnen genießen. Dann der Poweranker. Frühzeitig eingeführt, gleich nach dem anfänglichen Warm Up mit Tanz und Gesang: Finde deine persönliche Powergeste. Robbins zeigt seine und sagt, zeig du mir deine.

Motivationstrainer - nur fauler Zauber?

Manche machen die »Becker-Faust«, andere recken die Hände zum Himmel oder klopfen sich auf die Brust. Die meisten Gesten sind zaghaft, anfangs. Nach jeder Visualisierung wird die Powergeste fällig, und sie soll ihrem Namen alle Ehre machen. Also heißt es in die Vollen gehen, alles geben, jedesmal aufs Neue. Stapelanker nennt sich das im NLP, auf einen stimulierenden Reiz wird noch ein anderer draufgepackt, die inneren Bilder von der wünschenswerten Zukunft werden mit der persönlichen Repräsentation von Potenz und Fähigkeit (die Geste) verknüpft und sollen auf diese Art große Wirkung entfalten. Bei manchen tun sie das auch. Die meisten jedoch nehmen im besten Fall ein schönes oder doch wenigstens interessantes Erlebnis mit nach Hause, der große Durchbruch bleibt indessen aus. Nach ein bis zwei Tagen weicht die heiße Power-Luft einer gewissen Katerstimmung, und es stellt sich die nüchterne Frage, ob das Geld nicht besser in Fortbildung, Urlaub oder einer neuen Couch angelegt gewesen wäre.
Mittlerweile hat sich herum gesprochen, dass solcher Großgruppenzauber nicht ausreicht, wenn es gewichtige Gründe gegen eine Veränderung in Richtung »schneller, höher, weiter« gibt; vielleicht ist deshalb die Zeit der großen Massenmotivationskünstler ziemlich vorüber.

Coaching - Therapie für »Gesunde«

Apropos Couch. Erfolgsblockaden sind lösbar, wenn auch schwerlich im Verein mit Tausenden, die alle ihre ganz individuelle Struktur von Hindernissen zum Motivationsevent mitgebracht haben. Das NLP bietet eine ganze Reihe an Vorgehensweisen, wie sich Wünsche doch erfüllen lassen, wie sich ein störendes Verhalten, ein lästiges Symptom doch verändern lässt.
Coaching ist angesagt. Manche sagen »Coaching ist Therapie light« - nur dass der Kunde dank business-kompatibler Wortwahl nicht pathologisiert wird. Ganz daneben liegen sie damit nicht. Die Grenzen sind jedenfalls fließend, und wasserdichte Begriffsdefinitionen sollen hier nicht das oberste Ziel sein.
Ziele freilich sind wichtig. Sie sind meist der erste Schritt zur Manifestierung des Gewünschten. Und so beginnt der NLP-geschulte Coach (oder Therapeut) wohl jedes seiner Coachings mit einer Zieldefinition: »Was wollen Sie im Coaching erreichen?« Geht es darum, Weltmeister zu werden, soll eine bestimmte Position in der Firma oder das Dreifache des bisherigen Einkommens erreicht werden? Vielleicht geht es auch um eine Phobie oder Flugangst; für beides hält das NLP ein Turbo-Modell für die Heilung bereit.

Ist Erfolg unmoralisch?

»Wie weit wollen Sie heute kommen?« Mag sein, man landet bei der Erkenntnis, dass sich der stecken gebliebene Klient selbst auf den Füßen steht, indem er glaubt, er könne dieses oder jenes nicht. Eine sich selbst erfüllende Prophezeiung, auflösbar etwa durch eine Veränderung des entsprechenden Glaubenssatzes. Durch Gegenbeispiele oder mittels einer therapeutischen Intervention, je nach dem, wie tief sich die einschränkende Überzeugung eingestanzt hat.
Mag sein, dass eine Auseinandersetzung mit schwer wiegenden Einwänden ansteht, etwa wenn Ziel A mit Ziel B oder einem wichtigen Wert nicht in Einklang steht. Angenommen, Sie möchten gerne reich sein, glauben aber insgeheim, dass Geld den Charakter verdirbt. Die zwei Herzen in ihrer Brust rufen dann nach Vermittlung im Konflikt. Dafür hat das NLP schöne Ansätze wie das Verhandlungsmodell parat. Zunächst geht es darum, dass jeder Teil von Ihnen die jeweils positiven Absichten sowie die dahinter stehenden Werte des anderen Teils kennen lernt und würdigt. Ist dies geschehen, geht es »nur« noch darum, nach einer Lösung zu suchen, die den Werten und Bedingungen der beiden Teile gerecht wird, etwa: reich sein, ohne dass der Charakter verdorben wird.

Die Allzweckwaffe

Vieles ist möglich, und für alles Mögliche hat das NLP seine Mittel: Der Deutsche Verband für Neurolinguitisches Programmieren vergleicht in seiner Info-Broschüre NLP mit dem »Schweizer Offiziersmesser«. Einmal davon abgesehen, dass Schere, Pinzette oder Korkenzieher dieses berühmten Kombiwerkzeugs im Vergleich wenig taugen, ist das Bild gar nicht so verkehrt. Jedenfalls: War NLP in seinen Anfangsjahren primär etwas für Psychotherapeuten auf der Suche nach neuen, effektiven Wegen, so erkannte man mehr und mehr auch in anderen Bereichen den Nutzen dieses Systems.
Recht bald bekamen Vertriebsprofis Ohren wie Rhabarberblätter, als die Rede vom exzellenten und zielgerichteten Kommunizieren umging. Die Süddeutsche Zeitung etwa schrieb am 7. August 1999 unter der Überschrift »Der Kunde ist dein Freund« von Methoden zum Aufbau partnerschaftlicher Kundenbeziehungen, vom Win-Win-Ansatz und dass er aus dem NLP kommt: »Ein Instrument, dessen Einsatz mehrmals in Rollenspielen geübt wird, ist das ‚Pacing'. Bei der Methode passt sich der Berater durch verschiedene verbale und nonverbale Techniken dem Informationsstand und der Kommunikationsebene des Kunden an und sucht so eine gemeinsame Gesprächsbasis. Die Anpassung im körpersprachlichen Bereich bewirkt, dass wir uns besser in unser Gegenüber hineindenken und -fühlen können. Dadurch gewinnen wir auch Sympathien des Gegenübers.«

NLP macht Schule

Natürlich interessieren sich nicht nur Verkäufer dafür, wie man sein Gegenüber mit Worten und Gesten für sich und seine Sache gewinnen kann, indem man sich dessen Sprache und Körpersprache zu eigen macht und hypnotische Formulierungen benutzt. Auch Führungskräfte, zum Beispiel wenn es darum geht, den Mitarbeiter zu motivieren oder ihn bei der Bewältigung von beruflichen oder privaten Schwierigkeiten zu unterstützen. Oder wenn man in Präsentationen überzeugen will.
Wer die NLP-Werkzeuge für die Kommunikation mit Gruppen drauf hat, hat bessere Karten, schon allein weil er weiß, dass jeder sein Modell der Welt und seine Werte hat, die er in aller Regel auch verteidigt. Dass es aus diesem Grund auch keinen Sinn macht, sich mit dem Auditorium anzulegen. Dass es vielmehr nützlich ist, verschiedene Lernstile und Sinnessysteme zu bedienen, um Zugang zu möglichst vielen aus der Zuhörerschaft zu finden. Hand aufs Herz, wer hätte sich das nicht schon während der Schulzeit gewünscht? Dass der Lehrer nicht nur redet und Buchstaben-Zahlen-Kombinationen an die Tafel schreibt, sondern auch mal den Fühl- und Bewegungssinn seiner Schüler beschäftigt oder die Kraft der Bilder einbaut?
Stattdessen disqualifiziert er sich mit der Bemerkung »da oben steht's nicht«, wenn der Schüler die Antwort auf seine Frage mit einem stummen Blick an die Decke quittiert. Setzen, sechs, Herr Lehrer, da oben steht's doch! Hätten Sie sich mit NLP beschäftigt, wüssten Sie, dass der Mensch gerne die Augen nach oben bewegt, wenn er nach Bildern des Erinnerns sucht. Und Sie wüssten, dass Kinder wie Erwachsene am besten lernen, wenn sie sich in einem guten Zustand befinden. Erste Aufgabe von Lehrenden ist gemäß NLP-Philosophie also, dafür zu sorgen, dass sich die Lernenden so wohl fühlen, dass sie ein Maximum an Nutzen für sich mitnehmen. Selbstredend bedeutet das, auch für den eigenen Zustand zu sorgen.

Wie sich Kreativität entfaltet

Das Prinzip des guten Zustands reicht übrigens noch weiter. Wer zum Beispiel kreativ sein möchte oder soll, findet Ideen am besten dann, wenn er (oder das Team) sich Kreativität erlauben kann. Die dazu gehörige Methode: Am Beginn steht die frei fließende Sammlung der Ideen. Ist diese Phase beendet, so mag sich der innere Zensor noch einen Moment gedulden, denn erst ist die Phase der Umsetzung an der Reihe. So jedenfalls will es die erfolgsgeadelte Strategie von Walt Disney, wie sie der NLP-Entwickler Robert Dilts heraus gearbeitet hat. Erst wenn die Ideen per gedanklicher Simulation in die Realität umgesetzt sind, folgt die Kritikphase, aber bitteschön konstruktiv. Hier werden dann alle Ansätze auf Stimmigkeit abgeklopft und ihre Wirkung auf die Zielgruppe eingeschätzt. »Qualitätssicherung« könnte man das nennen. Das Beanstandete fliegt nicht etwa in den Papierkorb, sondern wird, wenn es Potenzial hat, neu in den kreativen Kreislauf eingespeist. So kann man eine berufliche Veränderung oder die nächsten Fortbildungsaktivitäten planen.

Klaus Rentel, NLP-Trainer und Coach, Mediator, Journalist und Buchautor. Seminare in Kreativität, Konflikt-Lösung, beruflichem und biographischem Schreiben. Internet: www.klausrentel.de, E-Mail: info@klausrentel.de

LITERATUR

NLP in Therapie und Coaching

  • Richard Bandler, John Grinder: Neue Wege der Kurzzeit-Therapie. Neurolinguistische Programme. Junfermann
  • Robert Dilts: Die Veränderung von Glaubenssystemen. NLP-Glaubensarbeit. Junfermann
  • Robert Dilts, Richard Bandler, John Grinder, Judith Delozier (Hrsg.): Strukturen subjektiver Erfahrung. Ihre Erforschung und Veränderung durch NLP. Junfermann
  • Robert Dilts, Robert McDonald: Und dann geschieht ein Wunder. Junfermann
  • Robert Dilts: Identität, Glaubenssysteme und Gesundheit. Höhere Ebenen der NLP-Veränderungsarbeit. Junfermann
  • Tad James, Wyatt Woodsmall: Time Line. NLP-Konzepte zur Grundstruktur der Persönlichkeit. Junfermann
  • Tad James: Time Coaching. Programmieren Sie Ihre Zukunft ... jetzt. Junfermann
  • Andreas, Connirae: Der Weg zur inneren Quelle. Core Transformation in der Praxis. Neue Dimensionen des NLP. Junfermann
  • Bernd Isert, Klaus Rentel: Wurzeln der Zukunft. Lebensweg-Arbeit, Aufstellungen und systemische Veränderung. Junfermann

NLP im Berufskontext

  • Martina Schmidt-Tanger: Veränderungs-Coaching. Junfermann
  • Joseph O'Connor, Ian McDermott: Die Lösung lauert überall. Systemisches Denken verstehen und nutzen. VAK
  • Robert B. Dilts: Kommunikation in Gruppen und Teams, Lehren und Lernen effektiver Präsentationstechniken. Junfermann
  • Richard Bandler: Unbändige Motivation. Junfermann
  • Thomas Zerlauth: Sport im State of Excellence. Junfermann
  • Joseph O'Connor, John Seymour: Weiterbildung auf neuem Kurs. NLP für Trainer, Referenten und Dozenten. VAK
  • Gisela Blümmert: Zeitmanagement mit NLP. Junfermann
  • Beyer, Maria: BrainLand. MindMapping in Aktion. Junfermann
  • Michael Luther, Jutta Gründonner: Königsweg Kreativität. Powertraining für kreatives Denken. Junfermann


Quelle: connection Spirit - Das Magazin fürs Wesentliche 2/2005, S. 44-46.


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Der Inhalt dieser Seite wurde am 26.05.2016 um 09.45 Uhr aktualisiert.
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